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Der Geschichte ein Gesicht geben – Stolpersteine mit QR-Codes bieten Informationen über Nordhorner NS-Opfer

Bild 190618_01„Stolpersteine“ heißen die kleinen Messingplatten, die der Künstler Gunter Demnig auch an 15 Stand­orten in Nordhorn verlegt hat. Mehr als 40 erinnern an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Sie erhalten nun Zuwachs: Eine Pro­jektgruppe der Gewerblichen Be­rufsbildenden Schulen (GBS) ist in Zusammenarbeit mit dem Arbeits­kreis Gedenken der Stadt Nordhorn einen digitalen Schritt weiter gegangen und hat 17 sogenannte „QR-Code-Stolpersteine“ entworfen. Mit Hilfe eines „QR-Codes“, die der Betrachter einscannen kann, sind die umfangreichen Informationen zu den Schicksalen der einzelnen Familien oder der Zer­störung der Synagoge schnell abrufbar. Die ersten Steine sind nun in der Alten Synagogenstraße in Nordhorn durch die Stadt verlegt worden.

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Die Grafschafter Sparkassenstiftung fördert die Umsetzung des Projektes mit knapp 2000 Euro. „Dieses Schülerprojekt ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass es von Schülern aufbereitet wurde und von Schülern genutzt werden kann. Durch diese besondere Konstellation werden sie an die belastete Geschichte herangeführt. Es ist ein in vielerlei Hinsicht gewinnbringendes Projekt“, verdeutlicht Stiftungsrat Lars Klukkert. Schul­leiter Holger de Vries fügt hinzu: „Als Schule ‚ohne Rassismus – mit Courage‘ sehen wir es als unseren pädagogischen Auftrag an, Projekte und Begegnungen gegen das Vergessen nationalsozialistischer Ver­brechen mit unseren Schülern durchzuführen.“ In diesem Zusammenhang nutzen die Lehrkräfte wie die Projektinitiatorinnen Maria Beelmann-Kaiser und Inka Rohe regelmäßig die von der Stadt aufbereitete Broschüre „Beim Namen genannt… Stolpersteine in Nordhorn“.

Die Fachteams Politik und Informatik der gbs und der Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nordhorn – unter engagierter Mitwirkung von Gerhard Naber, Leiter des Forums Juden und Christen in Nordhorn, – haben es nun geschafft, die Inhalte der Broschüre mit den QR-Codes zu verknüpfen. Hier war technische Feinarbeit erforderlich. Vorbildlich umgesetzt wurde das Vorhaben durch die Schüler der berufsqualifizierenden Berufsfachschule „Informationstechnische Assistenten“, die von den projektbegleitenden Informatiklehrern Kolja Strauss und Thorsten Wesker unterstützt wurden. Die Schüler konnten die erworbenen Fähigkeiten zur Erstellung von dynamischen Webseiten zielführend umsetzen. „Das fertige Produkt ist auf dem Webserver der Stadt Nordhorn bereitgestellt, um dann per QR-Code von den einzelnen Stolpersteinen aus aufgerufen werden zu können“, verdeutlichen Kolja Strauss und Thorsten Wesker. Die QR-Code-Stolpersteine wurden durch die Firma Monser in Nordhorn angefertigt, die passende Beschichtung von dem Fachbereich Farb- und Raumgestaltung der gbs Grafschaft Bentheim durch Frank Hesping. Das ordnungsgemäße, professionelle Einlassen und regelmäßige Polieren der Steine übernimmt die Stadt Nordhorn.

„Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen“, findet auch Bürgermeister Thomas Berling, der die Vorstellung des Projektes am Mittwochabend in der nur wenige Meter von den Stolpersteinen entfernten Sparkassen-Filiale Mitte in der Nordhorner Hauptstraße begleitete. „Die QR-Code-Stolpersteine bieten die Möglichkeit, sich direkt und unkompliziert über die schrecklichen Geschehnisse und tragischen Schicksale der jüdischen Familien zu informieren. Wir dürfen nicht müde werden zu betonen, dass so etwas nie wieder passieren darf“, unterstrich Berling, als er gemeinsam mit allen Beteiligten die ersten „QR-Code-Stolpersteine“ am Beispiel der Zerstörung der Synagoge und dem Schicksal der jüdischen Familie Isaak Cohen in der Alten Synagogenstraße präsentierte. Zuvor sorgte Katharina Pasternak für die passende musikalische Untermalung.

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