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Ein ganz besonderer Abiturjahrgang

Nach 13 Schuljahren, von denen die letzten drei gemeinsam an den drei Beruflichen Gymnasien des Landkreises absolviert wurden, haben am Freitagnachmittag 87 Abiturientinnen und Abiturienten im Euregium ihr Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife erhalten.

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Trotz der pandemiebedingten Herausforderungen wurden die Abiturprü­fungen ausgezeichnet gemeistert. Insgesamt 18 Schülerinnen und Schüler haben eine Gesamtnote mit einer 1 vor dem Komma erreicht. Der Noten­durchschnitt lag bei 2,49. Die Prüfungen fanden unter dem Vorsitz der drei Oberstudiendirektoren Heinrich Marheineke, Holger de Vries und Wolfgang Schönnagel statt. Im Beruflichen Gymnasium Technik waren es 3 Abitur­ientinnen und 20 Abiturienten, die erfolgreich ihr Abitur absolvierten. Dazu gratuliert die Schulgemeinschaft der gbs ganz herzlich und wünscht allen viel Erfolg und alles Gute für die Gestaltung der Zukunft!

Im Namen der drei Schulleiter gratulierte Oberstudiendirektor Wolfgang Schönnagel vom Beruflichen Gymnasium Wirtschaft den Schülerinnen und Schülern. Er wies darauf hin, dass sie nach der Entscheidung für eine bestimmte berufliche Fachrichtung der Beruflichen Gymnasien zur Schärfung ihres eigenen Profils neu hätten durchstarten können. Alles sei nach Wunsch verlaufen, bis Corona im März 2020 die Bedingungen massiv verändert hätte. So nannte er die monatelange Isolation, die lange Homeschooling-Phase oder die Absage der Studienreise. Schönnagel schloss seine Rede mit dem Fazit, der Abiturjahrgang 2021 sei ein besonderer Jahrgang, der viele Schwierigkeiten habe bewältigen müssen, aber gleichzeitig ein normaler, vollwertiger Abiturjahrgang ohne Corona­stempel sei.

Moderiert wurde die Feier von Marie Lipinsky und Elena Niehoff, die gekonnt und sympathisch durch die Veranstaltung führten. Auf den Zuschauerrängen des Euregiums, nahmen mit dem nötigen Abstand Freunde und Familienangehörige Platz. Die Abiturient:innen selbst, ihre Tutor:innen, Schulleiter, Lehrkräfte und Ehrengäste versammelten sich auf Stühlen vor einer eigens errichteten Bühne. Zudem wurde die Teilnahme für weitere Gäste durch eine Live-Übertragung per Videokonferenz er­möglicht.

Auch Landrat Uwe Fietzek ließ es sich nicht nehmen, den Abiturient:innen zu ihrem bestandenen Abitur zu gratulieren. Er nahm Bezug auf das Motto „Abi looking for freedom“ und erinnerte an das Jahr 1989 und den Mauerfall, als der Hit David Hasselhoffs die Charts gestürmt hatte, weil er das Lebensgefühl einer neuen Zeit zum Ausdruck brachte. Auch den Abiturient:innen wünschte er, ihre Freiheit nach dem erfolgreichen Schulabschluss genießen zu können, sei es durch die Aufnahme eines Studiums oder den Beginn einer Ausbildung. Allerdings gab er auch seiner Hoffnung Ausdruck, die jungen Leute mögen sich die Freiheit nehmen, im Anschluss wieder in die Grafschaft zurückzukehren, denn der Landkreis bemühe sich darum, Fachkräften und ihren Familien ein angenehmes Lebens- und Arbeitsklima zu schaffen.

Für die Lehrerschaft gratulierte Jessika Steinkühler vom Beruflichen Gymnasium Technik den Schüler:innen zum bestandenen Abitur. Humorvoll ließ sie die drei Jahre am Beruflichen Gymnasium Revue passieren und übertrug den aus der Ökonomie bekannten Begriff Konjunkturzyklus auf einen sogenannten Abitur-Gefühls-Zyklus. So sei in der Klasse 11 zunächst eine Anfangseuphorie zu verzeichnen gewesen, die auf einen ersten Höhepunkt – die Versetzung in die Qualifikationsphase – zugesteuert sei. Durch die dann eintretende Überhitzung sei es während der Klasse 12 wieder zu einem Abschwung gekommen, aber letztlich habe man mit dem Abitur den Boom erreicht. Steinkühler ging auch auf die Herausfor­derungen des Onlineunterrichts ein und betonte, dass Schüler:innen wie Lehrkräfte sie sehr gut bewältigt hätten, dies zeige der ausgezeichnete Abiturschnitt.

Laura Robert, Marcel Duling und Timo Schoemaker erinnerten in ihrer Schülerrede selbstironisch ebenfalls an die drei Jahre an den Berufsbildenden Gymnasien. Nachdem sich alle in der Einführungsphase kennenlernen und trotz großer Unterschiede zurechtfinden mussten, seien sie trotz frühzeitigem Abbruchs der Skikompaktphase zunächst erfreut über scheinbar verlängerte Osterferien gewesen, doch dann schnell auf den Boden der Corona-Tatsachen geholt worden. Mit Dank an ihre Familien, Freundinnen und Freunde sowie ihre Lehrkräfte für die Unterstützung vor allem in der schwierigen Coronazeit schlossen sie ihre Rede.

Bild 210707_02Da der sonst übliche Gottesdienst nicht stattfinden konnte, griff auch Pastor Sven Grossmann von der Baptistenkirche Nordhorn das Motto „Abi looking for Freedom“ in seiner Ansprache auf. Eingeleitet durch einen Dialog zwischen drei Schüle­rinnen, die sich darüber unterhiel­ten, dass der Begriff für sie u. a. bedeute, die Freiheit zu haben, die eigene Meinung zu sagen, hob Grossmann vor allem die Bedeutung der inneren Freiheit hervor, die er den Abiturient:innen wünsche, denn diese komme noch vor der äußeren. Anschließend wurden noch weitere Schüler:innen durch die Pastorin im Landeskirchenamt Reinhild Gedenk für besondere Leistungen in Religion und von Thorsten Wesker in Physik geehrt.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier mit Musikbeitragen von Marieke Konjer, Chantal Züwerink, Paula Harms-Ensink, Anna Schmidt, Verena Melchior und Jara Klomparens, die mit Gitarren und Gesang stim­mungsvolle Songs von Sarah Connor und anderen zum Besten gaben.

Im Anschluss an die Abiturzeugnisübergabe, die pandemiebedingt in der großen Sporthalle „Euregium“ stattfand, hatten die Abiturientinnen und Abiturienten gemeinsam mit ihren Eltern und Freunden die Gelegenheit, beim Abiball ihre Leistungen gebührend zu feiern.

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